Vergangenes bleibt präsent

12.09.2011 - dip startet Pflege-Thermometer 2012 zur Intensivpflege

Das Deutsche Institut für angewandte Pflegeforschung e.V. startet mit dem Pflege-Thermometer 2012 die bislang bundesweit größte Befragung von Leitungskräften auf Intensivstationen im Krankenhaus. Es geht um Fragen zur personellen und gerätebezogenen Ausstattung, zur Personalbemessung, zur Patientenversorgung und zum Aufgabenspektrum von Pflegenden auf Intensivstationen in Deutschland. Die Studie wird von der B. Braun Stiftung gefördert und u.a. von der Deutschen Gesellschaft für Fachkrankenpflege (DGF), dem Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) sowie der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) - Sektion Pflegeforschung und Pflegequalität in der Intensivtherapie - unterstützt. Das dip rechnet mit einem großen Interesse und hofft auf eine hohe Beteiligung an der Studie.

 

Infos unter www.dip.de

 

13.8.2011 - „Pflege ist schlichtweg aus dem Blickfeld gerückt“

Das ARD Magazin Kontraste hat in der vergangenen Woche einen Beitrag zum Thema „Tatort Krankenhaus – Wie das Sparen Patientenleben gefährdet“ ausgestrahlt. Nach Recherchen des Magazins kommen jährlich rund 17.000 Patienten durch Pflege- und Versorgungsmängel in deutschen
Krankenhäusern zu Tode. Gründe dafür werden im drastischen Personalabbau in der Pflege sowie in der fehlenden ärztlichen Fürsorge und Verantwortlichkeit gesehen.

 

Mein Kollege, Prof. Michael Isfort vom dip in Köln sagte in diesem ARD-Beitrag: „Man hat zu lange die Pflege nur als Kostenfaktor gesehen und nicht als ganz zentralen Versorgungsbereich im Krankenhaus. Die Pflege ist schlichtweg aus dem Blickfeld gerückt. Und jetzt merkt man, dass sich das rächt.“ Wir legen seit Jahren mit der Forschungsreihe „Pflege-Thermometer“ Zahlen zur Situation in den Pflegeberufen und zur Patientenversorgung vor. Isfort weiter: „Die Pflegekräfte sagen selber, dass eine Patientengefährdung stattfindet, weil sie nicht mehr die Patienten beobachten können. Sie können die Medikamente nicht mehr entsprechend geben oder sie verwechseln Medikamente. Sie können sich nicht mehr um die Wundverbände kümmern und sie haben nicht mehr die Zeit Hygienemaßnahmen durchzuführen, die der Patient eigentlich bräuchte.“

Im Beitrag kommen auch betroffene Patienten und Angehörige sowie Dr. Marcus Rall vom Tübinger Patientensicherheits-Zentrum zu Wort.

28.7.2011 - UN äußert Bersorgnis über Zustände in deutschen Pflegeheimen

Der UN-Ausschuss für wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte (WSK-Rechte) zum 5. Staatenbericht Deutschlands hat abschließenden Empfehlungen (concluding observations) veröffentlicht, die nun bekannt werden.

 

In Nr. 27 (Pflege) wird mit "tiefer Besorgnis" festgestellt, "das der Vertragsstaat (Deutschland) keine hinlänglichen Maßnahmen zur Verbesserung der Lage älterer Menschen in Pflegeheimen ergriffen hat, die Berichten zufolge in menschenunwürdigen Bedingungen leben und wegen eines Mangels an Fachkräften und der unzulänglichen Anwendung von Pflegenormen nach wie vor mangelhafte Pflege erhalten." Aus dieser Feststellung heraus wird Deutschland vom UN-Ausschuss aufgefordert, "sofortige Schritte zur Verbesserung der Lage älterer Menschen in Pflegeheimen zu unternehmen." Weiterhin wird Deutschland aufgefordert, die notwendigen Mittel zur Ausbildung von Pflegepersonal bereitzustellen sowie gründliche Kontrollen in Pflegeheimen vorzunehmen und verweist in diesem Zusammenhang u. a. auf die Grundsätze der Vereinten Nationen für ältere Menschen.

UN-Staatenbericht Wirtschaft und Soziales vom 20.5.2011
11_05_Empfehlungen_WSK_Ausschuss_Deutsch[...]
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© Prof. Dr. Frank Weidner